MOIA und Co: Eine Ridesharing Anbieter Übersicht

In Deutschland drängen immer mehr neue Konzepte für Mobilität auf den Markt. Neben dem Auto, Bus und Bahn und dem Fuß- oder Fahrradweg ist die Auswahl in den Großstädten extrem gewachsen. Die Faustregel lautet, je größer die Stadt ist, desto mehr Auswahl werdet ihr finden. Wenn ihr selbst kein eigenes Auto besitzt, lohnt es sich um so mehr, die Alternativen zu kennen. So können die Wege in eurer Heimatstadt oder beim Städtetrip auf verschiedenste Weise zurückgelegt werden. Mit dem Leih-Rad, dem elektrischen Tretroller oder dem City-Roller. Ein besonders spannendes Feld ist dabei das Ridesharing. Hier werdet ihr mit Hilfe von Autos oder Kleinbussen durch die Stadt gefahren. Doch welche Alternativen gibt es? Und was macht am meisten Sinn? Oder Spaß? Wir bieten hier einen kleinen Ridesharing Anbieter Vergleich für alle, die sich für neue Mobilität interessieren.

Wenn ihr nicht nur ein Fahrzeug, sondern noch viel mehr Dinge mit euren Mitmenschen teilen möchtet, findet ihr hier einen Einblick in die Welt des Teilens.

Mit dem Kleinbus durch die Stadt – MOIA in Hannover und Hamburg

Wie wir in unserem BLOG zum Thema Carsharing schon geschrieben haben, bieten BMW und Mercedes eine Reihe ihrer Fahrzeuge im Carsharing an. Der VW-Konzern verfolgt in Sachen urbaner Mobilität einen anderen Ansatz. Die Wolfsburger möchten die Kunden mit Elektro-Kleinbussen durch die Stadt bringen. Dabei können die Kunden über die MOIA App einen Start- und Zielpunkt auswählen. Der nächste MOIA Kleinbus holt sie ab und bringt sie zum gewünschten Zielort. Dabei hat VW über 10.000 virtuelle Haltepunkte allein in Hamburg erstellt. Mit ihnen kann das Unternehmen gewährleisten, dass die Kleinbusse nicht in unnötige Einbahnstraßen einbiegen müssen. Laut VW muss aber niemand weiter als 250 Meter zur nächsten Haltestation laufen. Gezahlt wird natürlich bargeldlos über die App. Bislang wird dieses System in Hannover und Hamburg getestet. Sollte es funktionieren, möchte der Konzern das Angebot auch auf andere Städte erweitern.

Aktuell fahren rund 75 Moia Busse durch Hannover, etwa die Hälfte mit elektrischem Antrieb. In Hamburg fahren bereits über 100 dieser Busse durch die Stadt. Dort werden sie alle elektrisch betrieben. Dazu hat das Unternehmen zwei große Ladeflächen an beiden Seiten der Stadt installiert, an denen die Busse geladen werden können. Die Verfügbarkeit war in unseren Stichproben bisher sehr gut. Nie mussten wir mehr als fünf Minuten auf ein MOIA warten. Auch die Preise sind sehr human. Von der Hamburger Außenalster bis in die Hafencity zahlt man um die fünf Euro. Dafür bekommt man einen großzügigen Sitzplatz mit WLAN und USB-Port, sowie ein angenehmes Fahrgefühl ohne große Umwege.

Ridesharing Anbieter MOIA
Deutschlands wohl bekanntester Ridesharing Anbieter: MOIA

MOIA hat allerdings nicht nur Freunde. Die Taxi-Branche hat wegen dessen Markteintritt sogar einen Warnstreik durchgeführt. Einige Menschen befürchten den vollständigen Verlust der einstmals öffentlichen Verkehrsmittel an die Privatwirtschaft. Wie kontrovers bereits heute über diese neue Form der Mobilität gestritten wird, könnt ihr hier nachlesen.

Nicht die einzigen – Auch Uber Pool bietet Gruppenfahrten an

Auch Uber muss, zumindest in Europa, neue Wege gehen. In vielen Städten wie Berlin, Paris oder London wurde es dem Unternehmen untersagt, das bisherige Geschäftsmodell fortzuführen. Mit UberPool bietet das Unternehmen den Kunden nun die Möglichkeit, von lizensierten Fahrern in einer Fahrgemeinschaft ans Ziel gebracht zu werden. Das macht besonders dann Sinn, wenn man vom Flughafen in die Innenstadt oder zur Messe gebracht werden möchte. So kann der einzelne Kunde nicht nur ein paar Euro sparen, auch wird das Verkehrsaufkommen in der Stadt gesenkt. Es fallen schlicht weniger Fahrten an. Dieses Modell ist aber nicht wirklich konkurrenzfähig zu MOIA, da ihr mit UberPool weiterhin in normalen Autos durch die Stadt gefahren werdet. Bei zwei weiteren Fahrgästen und dazugehörigem Gepäck kann es schnell gemütlich werden im UberPool. Da es keine virtuellen Haltestellen gibt, werden die Kunden auch genau dort eingesammelt und rausgelassen, wo sie hinmöchte. Das führt schnell dazu, dass die Fahrt sich durch Einbahnstraßen oder Sackgassen unnötig verlängert wird.

Weitere Ridesharing Anbieter

Neben MOIA und Uber werden in den nächsten Jahren vermutlich noch weitere Ridesharing Anbieter mit ähnlichen Projekten an den Start gehen. In Amsterdam ging vor einem Jahr beispielsweise ViaVan an den Start. Das Startup konnte mit Mercedes einen Partner gewinnen, der für ein angenehmes Fahrgefühl garantieren kann. Gerne würden die Holländer auch in Berlin starten, doch noch fehlen die nötigen Erlaubnisse. Clevershuttle ist da schon einen Schritt weiter. In neun deutschen Städten (Berlin, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart, Dresden, Frankfurt, Kiel und Köln) konnte das Unternehmen bereits knapp 2,5 Mio. Kunden durch die Städte fahren. Die Geschäftsidee ist dabei ähnlich wie bei MOIA. Nur sind die Busse nicht vollkommen einheitlich, was aber nicht sonderlich groß ins Gewicht fallen sollte. Bei Clevershuttle sind die Wartezeiten in der Regel etwas länger, da deutlich weniger Shuttles unterwegs sind. Ihr solltet also einen kleinen Moment vor Fahrtantritt bereits testen, welche Wartezeit euch von der App angezeigt wird.

Zusammenfassung

Wir ihr seht, finden sich bereits heute einige Ridesharing Anbieter in Deutschland. Neben dem groß angepriesenen Marktstart von MOIA in Hamburg und Hannover könnt ihr auch in anderen Städten durch Mitfahrgelegenheiten bares Geld sparen. Egal ob UberPool, MOIA oder Clevershuttle, bereits heute liegen die Vorteile dieses Sharings auf der Hand. Wir sind gespannt, welche neuen Anbieter in den nächsten Jahren auf den Markt kommen. Denn da sind wir uns sicher: Ridesharing wird in Zukunft eine gute Alternative zum Taxi oder zum Carsharing.

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