Urban Gardening in Tempelhof

Urban Gardening am Tempelhofer Feld

Der Sommer steht vor der Tür. Doch leider wirft die Corona-Krise ihre Schatten auch auf das Tempelhofer Feld in Berlin. Dort, wo zu Zeiten des Kalten Kriegs einst die Rosinenbomber landeten und einige Jahrzehnte später der Urbane Gartenbau bzw. das Urban Gardening viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zu Gärtnern machte, könnte in diesem Jahr gähnende Leere herrschen.

Urban Gardening in Tempelhof
Urban Gardening und Foodsharing am Tempelhofer Feld in Berlin

Keine Partys und Veranstaltungen

Nur wenige Menschen gehen aktuell vor die Tür. Das Virus ist allgegenwärtig. „Deshalb wissen wir noch nicht, wie es mit unseren öffentlichen Gärten und mit dem Urban Gardening insgesamt weitergeht. Wir hoffen das Beste“, sagt Michaele W. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie seit mittlerweile 15 Jahren an der angrenzenden Okerstraße. Zeiten wie diese hat sie bislang auch noch nicht kennengelernt. „Aus diesem Grund liegt unser Werkzeug für die Gartenarbeit weiterhin im Keller. Wir haben uns so auf das Pflanzen von Gurken, Tomaten und Bohnen gefreut. Jetzt verlassen wir unsere Wohnung nur noch um einkaufen zu gehen“, berichtet die 48-Jährige. Aufgrund der aktuellen Krise hat sie ihre persönliche Mobilität auf ein absolutes Minimum beschränkt.

So, wie Michaele W. geht es vielen Hobbygärtnern aus dem Viertel. Alle Partys und Veranstaltungen auf dem Tempelhofer Feld sind bis auf weiteres abgesagt. Gemeinsame Pflanz-Aktionen, so wie sie in den vergangenen Jahren immer wiederum diese Jahreszeit  stattgefunden haben, fallen flach. Wie es mit dem Sharing der öffentlichen Gartenanlage im Herzen der Bundeshauptstadt weitergeht, ist aktuell schwer abzuschätzen. Dass es weitergehen wird, ist klar.

Sustainability im Urban Gardening

Aber: Die Sustainability (Nachhaltigkeit) ist gerade am östlichen Rand des Tempelhofer Felds zwischen den alten Landebahnen und der belebten Hermannstraße vielen Anwohnern ein wichtiges Anliegen. Hier pulsiert aufgrund der unterschiedlichen Menschen und Kulturen das Leben. Hier schlägt das Herz des Urban Gardening. „Ich habe viele Bekannte, die Foodsharing betreiben“, erklärt Miachele W.

Gerade in kleineren Haushalten mit weniger als drei Personen kaufe man häufig zunächst viel zu viele Lebensmittel ein. Hierdurch werden die verderblichen Dinge viel zu oft weggeschmissen. Die gemeinschaftlichen Tomaten- und Gurkenpflanzen auf dem Tempelhofer Feld, an denen sich alle aktiven Urban Gardener in den vergangenen Jahren bedienen durften, wollen Michaele und ihre Bekannten nun auf ihren Balkonen pflanzen. Abschließend sagt sie: „Natürlich ist das traurig, aber in diesem Jahr geht es vermutlich nicht anders.“

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